Eine Backmischung soll es eigentlich einfacher machen. Alles Trockene ist schon abgemessen, man gibt Eier und Butter dazu, rührt kurz – und der Kuchen gelingt. Das ist zumindest die Erwartung. Und meistens klappt es auch.
Aber manchmal kommt der Kuchen flach, kompakt oder seltsam texturiert aus dem Ofen. Und das, obwohl man sich doch an die Packungsanleitung gehalten hat. Wie kann das sein?
Das Backpulver in der Mischung hat sein Limit
Das Triebmittel in einer Backmischung ist bereits in der Trockenmasse enthalten. Es ist auf einen bestimmten Zeitraum ausgelegt – nämlich bis zum aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatum. Wer eine Backmischung verwendet, die längere Zeit im Schrank gestanden hat, backt unter Umständen mit einem Backpulver, das schon an Wirkung verloren hat.
Das Besondere dabei: Anders als bei selbst zusammengestellten Zutaten kann man das Backpulver in einer fertigen Mischung nicht einfach testen oder durch frisches ersetzen. Die Mischung ist ein Paket – und wenn das Triebmittel schwach geworden ist, zeigt sich das erst im fertigen Kuchen.
Wer regelmäßig Backmischungen kauft und aufbewahrt, sollte auf das Haltbarkeitsdatum achten und ältere Packungen zuerst aufbrauchen.
Den Teig zu lange stehen lassen
Das ist ein Fehler, der bei Backmischungen häufiger passiert als bei Rezepten von Hand – einfach weil der Teig schnell angemischt ist und man dann vielleicht noch schnell etwas anderes erledigt, bevor man die Form einfüllt und in den Ofen schiebt.
Das Problem: Das Backpulver in der Mischung beginnt bereits zu reagieren, sobald es Feuchtigkeit bekommt. Bei modernen Backpulvern ist ein Teil der Reaktion für den Ofen reserviert, aber nicht alles. Wer den Teig zehn oder zwanzig Minuten stehen lässt, verliert bereits einen Teil der Triebkraft – und der fertige Kuchen geht entsprechend weniger auf.
Faustregel: Teig anrühren, direkt in die Form, direkt in den vorgeheizten Ofen. Kein Stehenlassen.
Die Flüssigkeitsmenge zu großzügig genommen
Auf Backmischungspackungen steht manchmal eine Mengenangabe wie „150–170 ml Milch“. Wer großzügig einschenkt und am oberen Ende landet oder sogar leicht drüber, hat einen dünneren, feuchteren Teig – der zwar backt, aber schlechter aufgeht und eine dichtere Krume bekommt.
Bei Backmischungen lohnt es sich, auf der sicheren Seite zu bleiben und eher etwas weniger Flüssigkeit zu verwenden, besonders wenn man den Kuchen gerne locker und hoch haben möchte.
Der Ofen war noch nicht warm genug
Das gilt für jeden Kuchen, aber bei Backmischungen wird es gerne vergessen, weil der Eindruck entsteht, die Mischung mache alles von selbst. Der Ofen muss wirklich vorgeheizt sein. Nicht „angestellt und nach drei Minuten rein“, sondern vollständig auf Temperatur.
Wer den Teig in einen noch kalten Ofen schiebt, gibt dem Backpulver keine Chance, seine Arbeit zu tun – die Hitze kommt zu spät, die ersten Minuten fehlen, und der Kuchen geht nicht auf.
Was bei selbst gebackenen Kuchen helfen würde, hilft hier nicht
Ein wichtiger Unterschied zu Rezepten von Hand: Bei einer Backmischung kann man nicht einfach mehr Backpulver hinzufügen, wenn man den Eindruck hat, das Triebmittel reicht nicht. Die Mengen sind bereits in der Mischung aufeinander abgestimmt. Mehr Backpulver von außen würde das Verhältnis verschieben und kann zu einem Kuchen führen, der aufgeht, aber dann zusammenfällt – oder einen seifigen Beigeschmack bekommt.
Was wirklich hilft: frische Mischung kaufen, Teig sofort verarbeiten, Ofen richtig vorheizen, Flüssigkeit nach Maß dosieren. Das sind die vier Schrauben, an denen man drehen kann.
Und wenn der Kuchen trotz allem flach geblieben ist – was jetzt damit anzufangen ist, erklärt der Artikel über Kuchen nicht aufgegangen – was tun.
